Museen
Objektdaten aus den Oberösterreichischen Landesmuseen
Die Oberösterreichischen Landesmuseen betreiben seit 1999 Provenienzforschung. Nach der Erstellung eines ersten internen Berichts im Jahr 2000 wurde die Universität Linz mit einem Forschungsprojekt zu Raubkunst und Restitution in Oberösterreich betraut. Nach Abschluss des Projekts wurden zahlreiche Objekte restituiert, Objekte mit unbekannter Herkunft auf der Homepage http://www.landesmuseum.at/ueber/provenienzforschung/ sowie in einer eigenen Publikation veröffentlicht.
Die Oberösterreichischen Landesmuseen haben nun auch dem Nationalfonds Kunst- und Kulturgegenstände zur Aufnahme in die Kunst-Datenbank übermittelt. Dabei handelt es sich vorwiegend um Objekte, die das Landesmuseum als Depot aus den Beständen der amerikanischen Collecting Point-Verwaltung Anfang der 1950er Jahre übernommen hat. Die betreffenden Gemälde gehörten ursprünglich zum Bestand des Sonderauftrag Linz und wurden größtenteils über den deutschen Kunsthandel erworben. Daneben werden auch Grafiken veröffentlicht, die 1939 von der lokalen GESTAPO in das Landesmuseum eingebracht wurden.
Die Objekte sind im Gesamtkatalog in den Kategorien Ölmalerei und Mischtechnik auffindbar. Durch die Veröffentlichung in der Kunst-Datenbank hoffen die Oberösterreichischen Landesmuseen auf Hinweise möglicher VoreigentümerInnen.
Mit dem Projekt beauftragt wurde das Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz unter Projektleitung von Univ.Prof. Dr. Michael John. Projektmitarbeiterinnen waren Univ.Ass. Dr. Birgit Kirchmayr (Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte, Johannes Kepler Universität) sowie Dr. Friedrich Buchmayr (Bibliothek, Stift St. Florian).
Oberösterreichisches Landesmuseum
Direktor: HR Dr. Gerhard Aubrecht
Museumstraße 14
4020 Linz
Tel: +43-0732-774482-42
Fax: +43-0732-774482-66
email: direktion@landesmuseum.at
Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Universität Wien
Mag. Markus Stumpf, MSc
Die Universitätsbibliothek Wien (UB Wien) war die erste Universitätsbibliothek in Österreich, die im Jahr 2004 ein Projekt zur Provenienzforschung einrichtete. Obwohl die Bestände nicht unter Kunstrückgabegesetz fallen, hat sich die UB Wien entschlossen, analog dazu zu verfahren. Von 2004 bis 2008 beschäftigte sich ein Forschungsprojekt an der Hauptbibliothek mit der Aufarbeitung dieser bedenklichen Erwerbungen, von 2006 bis 2010 wurden mit einem zweiten Projektteam auch die Fachbereichs- und Institutsbibliotheken gesichtet.
Insgesamt wurden an der UB Wien etwa 400.000 Bände überprüft und bedenkliche Bestände aufgenommen. Seit 2009 konnten bereits einige Restitutionen durchgeführt werden. Über einen Sucheinstieg im Online-Katalog der UB Wien sind diese abrufbar.
Weitere Informationen finden Sie auf die Website.
Österreichische Nationalbibliothek restituiert entzogene Bücher an den Nationalfonds der Republik Österreich
Am 1. Juni 2010 übernahm der Nationalfonds im Rahmen einer Gedenkfeier in der Österreichischen Nationalbibliothek symbolisch drei von 8.363 in der NS-Zeit entzogenen Bücher, deren frühere EigentümerInnen trotz intensiver Nachforschungen nicht mehr eruiert werden konnten.
Am 11. September 2009 hatte der Kunst-Beirat in seiner 48. Sitzung erstmals eine Empfehlung abgegeben, diese erblos gebliebenen Druckschriften an den Nationalfonds zu übereignen, damit sie dieser einer geeigneten Verwertung zuführen kann.
Bei den empfohlenen Objekten handelt es sich um so genannte herrenlose Druckschriften, die über die GESTAPO an die Österreichische Nationalbibliothek gelangt waren.
Die Bücher wurden nach deren feierlichen Übergabe von der Nationalbibliothek um 135.000 Euro zurückgekauft. Der Erlös dieser einst geraubten Objekte wird im Sinne der Bestimmungen des Nationalfondsgesetzes Überlebenden des Holocaust zugute kommen. Die Bücher bleiben im Bestand der Nationalbibliothek. Im Katalog wird jedoch auf die Herkunft der Bücher hingewiesen werden (Bericht und Fotos von der feierlichen Übernahme).
- Beschluss Druckschriften der Österreichischen Nationalbibliothek unbekannter Provenienz
(siehe auch: www.provenienzforschung.gv.at) - Beilage A (Liste der Druckschriften)
- Beilage B (Liste der Druckschriften)
